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Derivate

Derivate – darunter versteht man Optionen, Futures oder Swaps – sind keine Erfindung der Neuzeit, sondern haben eine lange Historie. Sie wurden insbesondere in der Landwirtschaft eingesetzt, um im Voraus den Handel mit Gemüse, Obst oder Tieren zu Festpreisen vertraglich festzuhalten. Ein Beispiel dafür ist die Reisbörse im japanischen Osaka, die im 17. Jahrhundert entstand.

Durch Verträge – heute würde man sie als „Futures“ bezeichnen – vereinbarte man die Übereignung und Bezahlung der Ware zu einem späteren Termin, legte aber bereits bei Vertragsabschluss den Preis dafür fest. Solche Kontrakte gehören zu den so genannten Termingeschäften, weil sie nicht direkt bei Vertragsabschluss erfüllt werden müssen, sondern erst zu einem zukünftigen Zeitpunkt.

Swap- und Optionsgeschäfte sind weitere Arten von Derivaten. Swaps können wirtschaftlich als eine Serie hintereinander geschalteter Termingeschäfte betrachtet werden, zum Beispiel der regelmäßige Leistungsaustausch im Abstand von drei Monaten für die Laufzeit von fünf Jahren. Optionen dagegen geben dem Käufer das Recht – aber nicht die Pflicht –, zum Fälligkeitszeitpunkt oder während eines definierten Zeitraumes vor der Fälligkeit eine bestimmte Menge des Basiswertes zu einem fixen Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Eine Kauf- oder Verkaufsoption auf eine Aktie orientiert sich direkt an der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Wertpapieres. Basiswerte können nicht nur Aktien, sondern auch andere Wertpapiere (Anleihen usw.), Handelsgegenstände (Rohstoffe, Devisen usw.) oder finanzielle Kennzahlen (Zinssätze, Indices usw.) sein.

Derivate wie Futures und Optionen dienen auch dem Transfer von Risiken. Die Marktrisiken des Basiswertes können somit separat gehandelt werden. Derivate ermöglichen folglich die Trennung von der Inhaberschaft am Basiswert und der Partizipation an dessen Marktchancen und -risiken. Denn anders als etwa bei einer Aktie kauft der Anleger mit einem Derivat keine Beteiligung am Unternehmen selbst.

Derivate können sich als kurzfristige Beimischung zu einem Aktiendepot eignen, um beispielsweise von erwarteten starken Kursbewegungen einer einzelnen Aktie profitieren zu können oder auch um das Depot gegen Rückschläge abzusichern.