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Nachhaltigkeitsfonds


Ob Hans Carl von Carlowitz die Begriffe Bio, Öko und Mülltrennung kannte, ist nicht überliefert. Doch der Oberberghauptmann aus dem sächsischen Freiberg gilt als Begründer der Idee, schonend mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen. In seinem 1713 veröffentlichten Buch beschreibt von Carlowitz, dass in der Forstwirtschaft nicht mehr Bäume gefällt werden dürften als nachwachsen können. Größere Aufmerksamkeit erlangte das Thema Nachhaltigkeit dann über zwei Jahrhunderte später durch die gemeinnützige Organisation Club of Rome, die 1972 die Studie „Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte. In dieser wurden erstmals ausführlich die Knappheit der Rohstoffe und die Gefahren des ungezügelten Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums diskutiert.

Diese Aspekte spielen auch bei der nachhaltigen Geldanlage eine Rolle und ergänzen die klassischen Kriterien Rentabilität, Liquidität und Sicherheit. Die Deka, das Wertpapierhaus der Sparkassen, orientiert sich an folgender Definition: „Nachhaltige Investments sind Geldanlagen, bei denen neben ökonomischen vor allem soziale und ökologische Faktoren im Fokus stehen.“ Die Berücksichtigung der so genannten ESG-Kriterien - Environmental steht für Umwelt, Social für Soziales und Governance für gute Unternehmensführung - ist in der Anlagepolitik fest verankert.

Es stellt sich die Frage, wie Fonds ihre Investments auswählen, wenn sie einen Nachhaltigkeitsansatz verfolgen. Das in der Praxis gängigste Verfahren verläuft zweistufig: Bei der Vorauswahl wird überprüft, ob Unternehmen bestimmter Branchen nachhaltig und verantwortungsvoll handeln. Wer beispielsweise gefährliche Chemikalien produziert, Menschenrechts-verstöße begeht oder korrupt ist, fällt durch das Raster. Aus dem verbleibenden Universum werden die Firmen ausgewählt, die über alle Nachhaltigkeitskriterien hinweg zu den besten ihrer Klasse gehören. Dieser Ansatz wird auch Best-in-Class genannt.

Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen weisen weiteres Potenzial auf: Der unweltschonende und effiziente Umgang mit Ressourcen spart zum einen Kosten, zum anderen sorgt die Forschung und Entwicklung hinsichtlich umweltfreundlicher Produkte und Verfahren dafür, dass sich das Innovationspotenzial erhöht und neue Märkte geschaffen werden.