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Riester

Die Kritik an der Riester-Rente hält sich seit Jahren: Sie sei zu kompliziert, zu teuer, bringe zu wenig Rendite. Viele Arbeitnehmer glauben nicht, dass diese private Zusatzvorsorge wirklich für mehr Geld im Ruhestand sorgt. Da immer weniger Arbeitnehmer die Beiträge für immer mehr Rentner finanzieren müssen, sinkt das Rentenniveau bis 2030 schrittweise auf 45 Prozent. Eine rechtzeitige private Vorsorge wird also immer wichtiger.

Die staatlich geförderte, private Riester-Rente kann die gesetzliche Rentenversicherung ergänzen. Mit der Riester-Rente nimmt man die finanzielle Zukunft selbst in die Hand, denn man spart nicht nur, sondern kann auch staatliche Zulagen oder mögliche Steuervorteile* in Anspruch nehmen. Durch diese Kombination wird erreicht, dass sich der Abschluss eines Riester-Vertrags unabhängig von der Einkommenshöhe und den persönlichen Lebens- und Familienverhältnissen lohnen kann. Gefördert werden die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherten Beschäftigten sowie alle Beamten.

Höhere Grundzulage seit 01.01.2018

Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales nutzen mittlerweile mehr als 16 Millionen Sparer die private Zusatzvorsorge, um später finanziell sorgenfreier in ihren Ruhestand zu starten (http://www.bmas.de/DE/Themen/ Rente/Zusaetzliche-Altersvorsorge/statistik-zusaetzliche-altersvorsorge.html). Das sind nur etwa 40 Prozent der aktuell Förderberechtigten. Eine gute Nachricht für alle bislang Unentschlossenen: Die seit Jahren unveränderte Grundzulage stieg zum 01.01.2018 von 154 auf 175 Euro.* Schließt man den Vertrag vor dem 25. Lebensjahr ab, partizipiert man zusätzlich an einem einmaligen Berufseinsteigerbonus von bis zu 200 Euro.** Wenn der Staat mehr zuzahlt, sinkt der Eigenanteil, den Riester-Sparer aufbringen müssen. Riestern, zum Beispiel mit Fondssparplänen, lohnt sich also noch mehr.

Die Grundzulage erhält dabei jeder Riester-Sparer, der mindestens vier Prozent seines Vorjahres-Bruttoeinkommens in einen Riester-Vertrag einzahlt.** Für jedes ab dem Jahr 2008 geborene Kind beläuft sich die Kinderzulage auf 300 Euro, für ältere Kinder gibt es eine Zulage von 185 Euro, solange noch die Berechtigung auf Kindergeld besteht.

Mit Riester an die Aktienmärkte

Die Fakten sprechen für sich: Im Oktober 2017 kam das Magazin Finanztest erneut zu dem Ergebnis, dass Fondssparpläne im aktuellen Niedrigzinsumfeld die einzigen Riester-Sparpläne sind, die noch nennenswerte Renditechancen erzielen (https://www.test.de/Riester-im-Test-So-finden-Sie-die-richtige-Riester-Sparform-1602786-0/). Nur mit ihnen sind überdurchschnittliche Ergebnisse möglich. Wer auf Fondssparangebote setzt, kann also in der Regel höhere Renditen erwirtschaften. Über einen langen Ansparzeitraum wird in unterschiedlichen Marktphasen gespart, so dass sich Hochs und Tiefs am Aktienmarkt glätten können und die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitraum in den Hintergrund tritt. Höhere Rendite bedeutet gleichzeitig auch mehr Risiko. Fondssparangebote bieten die Möglichkeit, in der ersten Ansparphase die Chancen der Aktienmärkte stärker zu nutzen und so langfristig mehr Rendite zu erwirtschaften. Später, wenn die Auszahlungsphase näher rückt, kann die Anlage in weniger schwankende Papiere umgeschichtet werden. Gleichwohl gilt: Wertpapiere unterliegen Wertschwankungen, die sich negativ auf das Anlageergebnis auswirken können.

 

* Steuerdisclaimer: Aussagen gemäß aktueller Rechtslage, Stand Juli 2018. Die steuerliche Behandlung der Erträge hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftig auch rückwirkenden Änderungen (z.B. durch Gesetzesänderung oder geänderte Auslegung durch die Finanzverwaltung) unterworfen sein.

** Voraussetzung für den Erhalt der vollen Zulagen ist, dass ein Sparbetrag von mindestens 4 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro abzüglich Zulagen, mindestens aber der Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr erbracht wird.

Eine mittelbare Zulagenberechtigung besteht seit 2012 nur, wenn mindestens 60 Euro Eigenbeitrag erbracht werden. Grund- und Kinderzulage werden gekürzt, wenn geringere Eigenbeiträge geleistet werden. Beiträge bis zum Höchstbetrag von 2.100 Euro p. a. können auch als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft automatisch, ob die mögliche Steuerersparnis höher ist als die Altersvorsorgezulage, wenn die Kosten als Sonderausgaben in der Anlage AV angegeben werden.

Wird vor Beginn der Auszahlungsphase über das Kapital verfügt, sind bei Beiträgen mit Riester-Förderung die gewährten Zulagen und Steuervorteile zurückzuzahlen (förderschädliche Verfügung). Der erzielte Wertzuwachs ist mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern.

 

Faktencheck:

Fakt 1: Riester-Rente schafft Rendite

Fondssparpläne sind nach Aussage des Magazins Finanztest (Oktober 2017) im aktuellen Niedrigzinsumfeld die einzigen Riester-Sparplanvarianten, die noch nennenswerte Renditechancen erzielen.

Fakt 2: Riester lohnt sich nicht erst im biblischen Alter

Die staatlich geförderte Zusatzrente lohnt sich schon deutlich vor dem Erreichen des einhundertsten Lebensjahres – ein langer Ansparzeitraum kann Hochs und Tiefs am Aktienmarkt glätten.

Fakt 3: Familien partizipieren doppelt

Jedes Jahr schießt der Staat 300 Euro für Kinder zu, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden. Für ältere Kinder gibt es 185 Euro.

Fakt 4: 40 Prozent der Förderberechtigten riestern

Mittlerweile sichern sich mehr als 16 Millionen Sparer die private Zusatzvorsorge für ihren wohlverdienten Ruhestand. Davon schöpft aber nur jeder Zweite die staatliche Förderung voll aus.

Fakt 5: Mehr Grundzulage seit 2018

Die Riester-Förderung ist seit dem 01.01.2018 nochmal attraktiver: Die jährliche Grundzulage wurde von 154 auf 175 Euro pro Person erhöht.