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Risiko(-klassen)

Wer sein Geld am Kapitalmarkt anlegt, möchte eine möglichst hohe Rendite mit einem möglichst geringen Risiko erwirtschaften. Das ist ein hehres Ziel, aber kaum realisierbar. Sinnvoll ist es für den  Anleger, ein persönliches Chance-Risiko-Profil zu erstellen. Das hört sich komplizierter an als es ist: Letztlich geht es darum festzulegen, wie viel Kapital für die Anlage (z.B. den Kauf von Fonds) zur Verfügung steht, wie lange und mit welchen Zielen investiert und welches Risiko dabei eingegangen werden soll.  

Aber wie kann der Kapitalanleger das Risiko von Finanzprodukten einschätzen? Um beispielsweise bei Fonds eine Transparenz zu schaffen, wurde ein entsprechender Indikator entwickelt: der SRRI. Dieser, nach einheitlichen Standards der Europäischen Union festgelegte „Synthetic Risk and Reward Indicator“ betrachtet – vereinfacht ausgedrückt – die Schwankungen einer Anlage in der Vergangenheit. Investoren können demnach erkennen, wie sich die Chancen auf Wertsteigerungen im Vergleich zum Risiko von Wertrückgängen verhalten.

Um die Ergebnisse darstellen zu können, wurden auf einer Skala von 1 bis 7 Risikoklassen festgelegt. Bei Auswahl einer niedrigen Klasse wie 1 oder 2 steht für den Anleger die Sicherheit der Anlage im Vordergrund, zum Beispiel mit einem Investment in Geldmarktfonds. Für das geringere Risiko nimmt er eine entsprechend geringe Rendite in Kauf. Allerdings handelt es sich selbst bei einer Einstufung in Risikoklasse 1 nicht um eine risikofreie Anlage. Die Risikoklassen können daher nicht als zuverlässiger Indikator für die künftige Entwicklung angesehen werden, insbesondere da bei der Einstufung die Ergebnisse der Vergangenheit berücksichtigt werden. 

Am anderen Ende der Skala mit Stufen von 5 bis 7 sind beispielsweise Aktienfonds zu finden, bei denen der Anleger mit der Chance auf eine höhere Rendite auch ein höheres Risiko eingeht. Denn hohe Rendite ohne Risiko – diesen Spagat haben nicht einmal große Börsengurus geschafft.