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Blumen zaubern Lächeln

Magazin „nah dran“

Michael Liebrich zeigt wie


Man kann sagen, die Liebe zu den Blumen ist Michael Liebrich in die Wiege gelegt: Auch seine Eltern betreiben eine Gärtnerei und einen Blumenladen – in Holzmaden. Schon früh war deshalb klar, dass er irgendwas kreatives Handwerkliches machen würde. Schreiner, Architekt oder eben Florist. Denn nur in diesem Beruf verbinde sich die Natur so perfekt mit der Handwerkskunst, sagt er, während er einige Blumen zu einem Strauß bindet.

Er hätte den einfachen Weg gehen können mit einer Ausbildung im Betrieb seiner Eltern. Aber er wollte Neues entdecken, Inspiration und vor allem sich durchbeißen, ganz von unten anfangen.So ging es über die Ausbildung bis zum Meister. Und dann kam die große Chance: die Übernahme des alteingesessenen Blumenladens Ulmer in Weilheim unter Teck.

Doch es war eben nicht nur der Laden, den es zu kaufen galt, sondern das ganze Haus. Mit 23, kurz nach dem Abschluss. In einer Lebensphase, in der das Sparkonto meist noch nicht üppig gefüllt ist. Es folgte also erst einmal Ernüchterung, dann das Rechnen und Recherchieren nach finanzierbaren Möglichkeiten. Genau das, was man als Kunsthandwerker nicht gerade als Lieblingsbeschäftigung bezeichnen würde.

Aber wie das Schicksal es eben manchmal so will, finden sich die Experten für solche Vorhaben im direkten Umfeld. Durch gute Beratung und einen Gründerkredit der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen konnte Michael Liebrich seinen Traum schließlich doch wahr machen: Er kaufte den Blumenladen samt Haus. „Blumen Ulmer ist ein alteingesessener Name, den wollte ich nicht verändern“, erklärt der Florist auf die Frage, warum der Laden nicht seinen Namen trage. Dieser sei ja auch nicht so wichtig, sagt er, sondern das, was verkauft werde.

Und das ist immer etwas Besonderes. Kein Wunder, kauft man doch bei Blumen Ulmer seit Neuestem beim Deutschen Floristenmeister. Zwei Jahre lang wird er diesen Titel tragen. Er repräsentiert in dieser Zeit die deutsche Floristenmeister. Zwei Jahre lang wird er diesen Titel tragen. Er repräsentiert in dieser Zeit die deutsche Floristenkunst international, beispielsweise auf einem Vortrag in Singapur. Er gibt zudem Kurse und Workshops und setzt die Trends der Zukunft. Erarbeitet hat er sich diesen Titel hart. Schon das Motto des Wettbewerbs hatte es in sich: „Digitale Illusion trifft Realität“. Michael Liebrich gestaltete dafür Tischschmuck zum Thema „Offline chatten“ und einen Strauß, der „perfect imperfect“ sein sollte. Und das Ganze gelang ihm so perfekt, dass am Ende nur er der Gewinner sein konnte.

„Unglaublich, wenn ich auf die letzten sieben Jahre zurückblicke“, reibt er sich manchmal noch die Augen, „erst der Kauf des Blumenladens samt Haus und jetzt Deutscher Floristenmeister.“ Die Liebe zu seinem Beruf hat ihn weit gebracht. Eine Liebe, die er weitergeben will. Schüler und Schülerinnen, die einen Praktikumsplatz suchen, sind ihm deshalb immer herzlich willkommen. „Das Floristenhandwerk darf nicht aussterben“, sagt er. Deshalb will Michael Liebrich auch in Zukunft mit seinen Blumen Lächeln zaubern.

 

Text: Karen Frohnwieser | Fotos: Saja Seus