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Góðan daginn Ísland!

KSK Inside

Kollegiaten der Eberle-Butschkau-Stiftung auf Exkursion


„Guten Tag Island!“ – die Insel aus Feuer und Eis, ein Land voller Geheimnisse und beeindruckender Naturereignisse: Vom 07. bis 11. Mai 2019 reisten 14 Kollegiaten der Eberle-Butschkau-Stiftung (EBuSti) zu einer Auslandsexkursion nach Island. Die Gruppe setzte sich aus jungen Kolleginnen und Kollegen der S-Finanzgruppe aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Darunter waren auch die zwei Stipendiaten unseres Hauses, Andreas Gölz und Kristina Gumenik. Das vielfältige Programm, von Kollegiaten für Kollegiaten organisiert, umfasste neben Unternehmensbesichtigungen auch kulturelle Aspekte wie eine Stadtführung oder das Baden in heißen Quellen.

Beim ersten Programmpunkt, einer Stadtführung in Reykjavik, lernten die Kollegiaten nicht nur die besonderen Architekturen kennen, sondern auch die Kultur, Geschichte sowie typisch isländische Mythen und Sagen. Mit ungefähr 350.000 Einwohnern gehört Island zu den eher kleineren Ländern dieser Welt. Die Hauptstadt beherbergt rund zwei Drittel der gesamten isländischen Bevölkerung. Da Island nahe dem nördlichen Polarkreis liegt, sind die Tage in den Sommermonaten besonders lang. So richtig dunkel wird es kaum. In Island gibt es kaum Kriminalität, und gilt somit als eines der sichersten Länder. Zudem wurde den Kollegiaten das Aussprechen des Vulkannamens Eyjafjallajökull beigebracht. Dieser Vulkan brach im Jahr 2010 aus und verantwortete die längste Flugverbotsphase in Europa.

Am zweiten Tag besichtigten die Kollegiaten das internationale Unternehmen Össur. Die isländische Firma ist Weltmarktführer im Bereich Prothesen mit einem Umsatz von rund 500 Millionen US-Dollar im Jahr und 2.500 Mitarbeitern in 18 Ländern. Össur ist ein Inklusionsunternehmen, das überdurchschnittlich viele Mitarbeiter mit körperlichen Einschränkungen beschäftigt. Das Unternehmen entwickelt Prothesen- und Orthesentechnik und steht für ein Leben ohne Einschränkungen. Seit der Gründung 1971 verfolgt das Unternehmen das Ziel, den Kunden seine verlorene Funktionen sowie Unabhängigkeit und Mobilität zurückzugeben.

Am Nachmittag wurde die Gruppe vom deutschen Botschafter Herbert Beck empfangen. Neben seinen repräsentativen Aufgaben sowie individuellen Eindrücken über Island, vermittelte er sein breites Wissen über die isländische Wirtschaft und Kultur. Beispielswiese wird die isländische Wirtschaft von den Faktoren wie fehlende mineralische Bodenschätze, schlechten Bedingungen für Landwirtschaft, gute Bedingungen für Fischfang und großen verfügbaren Mengen an Energie geprägt. Somit hängt die Wirtschaft unter anderem stark vom Fischfang und dessen Verarbeitung ab. Die Tourismusbranche ist einer der am stärksten wachsenden Industriezweige der Insel. Laut Herbert Beck kommen jeden Tag 22.000 Touristen nach Island. Aufgrund der kostengünstigen Energie, die den natürlichen Quellen wie Wasserkraft und Geothermie zu verdanken ist, entstanden Aluminiumwerke in Island. Aluminium zählt zu den wichtigen Produkten der Insel. Die Heißwasserwerke versorgen nicht nur die Industrie mit günstigem Strom und heißem Wasser, sondern auch private Haushalte sowie Schwimmbäder und Gewächshäuser.


Zwei spannende Termine standen am nächsten Tag auf dem Programm: Einer dieser Termine führte die EBuStis zum Auswärtigen Amt. Hier bekamen sie Einblicke in die politische Struktur sowie die Aufgaben des Amtes. Das Auswärtige Amt fördert einen intensiven Austausch mit der Welt in Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Umwelt und vielen weiteren Themen. Am Nachmittag durften sie bei der isländischen Zentralbank Gast sein. Es wurde über die Finanzkrise 2008 sowie über die dadurch geänderte Finanzpolitik berichtet. In der Finanzkrise mussten einige isländische Banken verstaatlicht werden. Nur durch die Hilfe des IWF und Kredite anderer skandinavischer Länder konnte der Staatsbankrott Islands abgewendet werden. Abgerundet wurde der Besuch mit einer Führung durch das hauseigene Museum, wo die unterschiedlichen Prägungen und Drucke der isländischen Krone ausgestellt sind. 

Am vorletzten Tag ging es in das älteste Parlament der Welt, das „Althing“ genannt wird und am zentralen Platz „Austurvöllur“ steht. Die Wikinger brachten die Tradition der Thingversammlungen mit nach Island, in denen Recht gesprochen und alles geregelt wurde, was die Allgemeinheit eines Volkes betraf. Bei der letzten Unternehmensbesichtigung begrüßte der CEO Gunnlaugur Jónsson die EBustis im „The Fintech Cluster Fjártækniklasinn“. Ziel dieser Institutionen ist es, Innovationen im Finanzbereich zu fördern und Transaktionen jeder Art zu vereinfachen und verbessern. Der CEO unterstützt junge Start-Ups bei Fragen, organisiert Meetings zu verschiedenen Finanztechnologienthemen und ist für das Marketing von Innovationsunternehmen verantwortlich.

Durch das abwechslungsreiche Programm und die vielen Eindrücke vergingen die Tage wie im Flug. Der Aufenthalt in Island war für die Kollegiaten einzigartig: Die Insel besticht durch ihre exponierte Lage, die allgegenwärtigen geothermischen Aktivitäten und ihre reiche Saga- und Mythenwelt.

 

von Andreas Gölz und Kristina Gumenik