Zum Hauptinhalt springen

Stressresistent durch solide Kapitalquoten – Sparkassen für schwierige Zeiten gewappnet

KSK erklärt

Sparkassen sind wirtschaftliche Stabilisatoren in Krisenzeiten. Das haben sie bereits in der zurückliegenden Finanzkrise eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Die Corona-Pandemie stellt jetzt für die gesamte Wirtschaft – und damit auch für die deutschen Kreditinstitute – eine erhebliche Herausforderung dar. Es wird coronabedingte Kreditausfälle geben. Wie hoch diese sein werden, ist derzeit noch nicht sicher prognostizierbar. Sparkassen insgesamt werden diese jedoch gut verkraften können. Denn die aktuell 376 Sparkassen in Deutschland haben in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich Rücklagen aufgebaut, um für schwierige Zeiten gewappnet zu sein. Auf diese Mittel kann bei Bedarf zurückgegriffen werden. Die Stabilität der Sparkassen bestätigt aktuell auch die Rating-Agentur Moody’s, die erst jüngst auf die starken Kapitalquoten der Institute verwiesen hat. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Bundesbank haben in einem speziellen Covid-19-Stresstest bestätigt, dass kleine und mittelgroße Kreditinstitute weitgehend stressresistent sind.

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland, Europa und weltweit den stärksten ökonomischen Schock seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst. Im Gegensatz zur Finanzmarktkrise nach 2008 ist nun jedoch nicht der Finanzsektor primär betroffen, sondern die Realwirtschaft in ihrer Breite. Dabei wird der coronabedingte Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland einer aktuellen Konjunkturprognose der Bundesbank zufolge auf minus 7,1 Prozent für das Jahr 2020 geschätzt.
Die Sparkassen-Finanzgruppe ist krisenresistent und hat eine wichtige stabilisierende Funktion für die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Das haben vor allem die Sparkassen zuletzt in der Finanzkrise eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Seitdem wurden die Kapitalpolster nochmals deutlich ausgeweitet, um für wirtschaftliche Einbrüche gerüstet zu sein. „Banken und Sparkassen verfügen über deutlich mehr Eigenkapital als vor der Finanzmarktkrise und sind so in einer stabileren Verfassung als vor zehn Jahren“, bestätigt der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Burkhard Wittmacher.

 

Coronabedingte Kreditausfälle nicht seriös vorhersehbar
Die Auswirkungen der Krise auf die Finanzwirtschaft ergeben sich in der aktuellen Situation erst mittelbar und mit einer zeitlichen Verzögerung. Belastungen für Banken und Sparkassen können durch krisenbedingte Kreditausfälle im Firmen- und Gewerbekundengeschäft entstehen. Die Institute hatten in den vergangenen Jahren in erheblichem Maße den Wirtschaftsaufschwung mit ihrer Kreditvergabe unterstützt. Durch den coronabedingten Konjunktureinbruch wird es aller Voraussicht nach zu Kreditausfällen kommen. „Wann die Kreditausfälle die Bilanzen erreichen und wie hoch sie sein werden, kann aber niemand seriös vorhersehen“. Darauf wies der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, Mitte Juli 2020 in einem Interview ausdrücklich hin.

 

Kleine und mittelgroße Kreditinstitute bestehen Stresstest von Bundesbank und BaFin
Um die Auswirkungen des BIP-Rückgangs auf die sogenannten „weniger bedeutenden Kreditinstitute unter nationaler Aufsicht“ (Less Significant Institutions; LSI) zu ermitteln, haben BaFin und Bundesbank im Juli 2020 einen Stresstest durchgeführt. Dabei sollte ermittelt werden, ob und wie die rund 1400 deutschen LSI – überwiegend Sparkassen und Genossenschaftsbanken – verkraften könnten. Das Ergebnis des Stresstests zeigte insgesamt eine hohe Stressresistenz der untersuchten Institute. Die Studie folgerte, auch bei einem schweren BIP-Einbruch von 10,8 Prozent „wären die deutschen LSI im Durchschnitt weiterhin ausreichend kapitalisiert“.

 

Sparkassen sind sehr solide kapitalisiert
Die durchschnittlichen Eigenkapitalquoten der aktuell 376 Sparkassen liegen seit Jahren auf einem sehr soliden Niveau und übertreffen die aufsichtlichen Anforderungen deutlich.
Die Gesamtkapitalquote ist zwischen 2015 und 2019 von 16,7 Prozent um 0,6 Prozentpunkte auf 17,3 Prozent angestiegen. Die Quote für das harte Kernkapital stieg im gleichen Zeitraum sogar um 1,3 Prozentpunkte von 14,7 Prozent auf 16,0 Prozent.
Die Sparkassen haben damit die vergangenen Jahre des wirtschaftlichen Wachstums in Deutschland genutzt, um Rücklagen auf- und ihr Eigenkapitalpolster auszubauen. Sie liegen mit den nun erreichten Werten für die harte Kernkapitalquote zum Jahresende 2019 sogar leicht über dem Durchschnitt der deutschen LSI. Wie diese sind sie damit insgesamt für schwierige Zeiten gut gewappnet. Das schließt nicht aus, dass im Einzelfall Kunden oder Branchen und damit auch einzelne Institute in besonderer Weise von Kreditausfällen betroffen sein können.

 

Deutscher Sparkassen- und Giroverband: Stressresistent durch solide Kapitalquoten – Sparkassen für schwierige Zeiten gewappnet